26. Okt. 2026 · Meinung
IG Metall Meinung: Audi-Chef Döllner bei Trump und VW-Kontroverse
Die Meinung der IG Metall zu dem Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei US-Präsident Donald Trump ist eindeutig negativ; Christiane Benner kritisierte diesen Auftritt als "politisch inakzeptabel" tagesschau.de. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo bezeichnete den Auftritt als beschämend, da Döllner auf einer Wahlkampfveranstaltung von Trump auftrat und dessen Unterstützung für den geplanten Bau eines Audi-Werks in Perry, Georgia, dankte spiegel.de. Trump hatte am Samstag den Bau des Werks angekündigt, wobei Audi in Georgia jährlich 200.000 Sportgeländewagen (SUV) produzieren soll, mit geplanten Investitionen von vier Milliarden Dollar und 4.500 Arbeitsplätzen tagesschau.de. Der Baubeginn ist für 2027 und der Produktionsstart für Anfang der 2030er-Jahre vorgesehen; dies wäre das erste Werk der VW-Premiumtochter in den Vereinigten Staaten spiegel.de.
Was geschah: Die Fakten des Auftritts
Der Auftritt von Döllner bei der Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump führte zu scharfer Kritik von der VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo, die betonte, dass die Rede von Trump Rassismus, Sexismus, Fremdenhass, Transphobie und die Verächtlichmachung der Demokratie enthielt spiegel.de. Döllner selbst verwies auf die Einladung Trumps, indem er sagte: "Wenn der amerikanische Präsident Sie einlädt, dann nehmen Sie diese Einladung an" tagesschau.de.
Was es bedeutet: Verstoss gegen interne Regeln
Laut Cavallo steht Döllners Auftritt im Widerspruch zu internen Leitlinien von Audi, welche in den drei letzten Monaten vor Wahlen öffentlich wirksame Termine mit zur Wahl stehenden Politikern untersagen tagesschau.de. Die IG Metall-Chefin Benner sieht darin ebenfalls eine Verletzung der eigenen Unternehmensregeln, die politische Neutralität vor Wahlen verordnen tagesschau.de. Cavallo kritisierte zudem den gesamten VW-Konzernvorstand um Oliver Blume, da dieser sich ihrer Ansicht nach von einer zweifelhaften politischen Figur zur Marionette machen liesse spiegel.de.
Optionen im Vergleich: Wirtschaft vs. Ethik
Rein betriebswirtschaftlich kann Cavallo die Investition in den US-Markt als sinnvoll erachten, da dieser zu den lukrativsten der Welt zählt und VW dort einen zu kleinen Marktanteil hat, während Trump hohe Zölle verhängt, die den Konzern Milliarden kosten spiegel.de. Allerdings warnt Autöxperte Frank Schwope, dass der Bau des Werks tendenziell Arbeitsplätze in Deutschland gefährde, insbesondere in Neckarsulm, wo rund 15.000 Beschäftigte arbeiten spiegel.de. Die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat setzt klare Bedingungen: Eine neue US-Fabrik ist nur infrage, wenn Klarheit über die Auswirkungen auf alle Standorte, insbesondere in Deutschland, besteht spiegel.de.
Unsere Sicht: Die interne Kontroverse bei VW zeigt, dass strategische Wachstumsziele im globalen Markt nicht ohne Rücksicht auf etablierte Unternehmenswerte und soziale Verantwortung erreicht werden können.
Corporate governance und ethische Entscheidungsfindung, wie sie bei VW sichtbar wurde, sind zentral für eine verantwortungsvolle KI-Implementierung in Schweizer Unternehmen.
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Quellen: tagesschau.de · Spiegel